Gesundheitstraining und -beratung
Dipl. Psych. Katrin Schellhorn

Diplom-Psychologin
Zertifizierte Kursleiterin "Gelassen und sicher im Stress"

Prof. Dr. G. Kaluza, Marburg
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Was ist Burnout?


Wissenswertes über Burnout





Was ist Burnout ?

Burnout (das „Ausgebranntsein“) ist ein chronisches Krankheitsbild, das von einer völligen Erschöpfung geprägt ist. Zentrales Merkmal dieses Zustandes ist eine fehlende Regenerationsfähigkeit. Eine Person, die sich im Burnout befindet, ist nicht mehr in der Lage, sich zu erholen.

Der Begriff Burnout kam in den 1970er Jahren in den USA auf. Das Burnout-Syndrom wurde erstmals bei Menschen in helfenden Berufen festgestellt (Krankenschwestern, Ärzte, Lehrer, Sozialarbeiter), jedoch inzwischen auch in anderen Berufen nachgewiesen (z. B. IT-Spezialisten, Polizisten, Manager).
Langanhaltende Belastungen im familiären Bereich können ebenso Burnout verursachen (z.B. die Pflege von Angehörigen).

Wie entsteht ein Burnout ?


Ein Burnout ist kein festgeschriebenes Krankheitsbild. Es zeigt keinen typischen Verlauf. Vielmehr ist es der Endpunkt eines schleichenden Prozesses, der sich über eine lange Zeit hinziehen und individuell verschieden ausgeprägt sein kann.

Bei der Entstehung eines Burnouts spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Dazu gehören neben risikohaften Arbeitsbedingungen und Persönlichkeitsmerkmalen vor allem die gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen, die geprägt sind von Leistungsdruck und Schnelllebigkeit.

Burnout entsteht dann, wenn äußere Anforderungen die persönlichen Ressourcen übersteigen, wenn also lang anhaltender Stress nicht mehr durch eigene Stressbewältigungsstrategien kompensiert werden kann.

Ein Burnout entwickelt sich phasenweise. Burnoutgefährdete beginnen eine Arbeit mit hohem Idealismus und starker Motivation. Sie sind der festen Überzeugung, Ihre gesteckten Arbeitsziele mit hohem persönlichen Einsatz erreichen zu können.
Treten Hindernisse (z.B. arbeitsorganisatorischer oder bürokratischer Art) bzw. soziale Konflikte mit Mitarbeitern oder Vorgesetzten auf und mangelt es an persönlichen Ressourcen bzw. bleiben die erzielten Ergebnisse hinter den eigenen Erwartungen zurück, kommt es zur Frustration und Zweifeln, ob sich die eigenen Ansprüche auch umsetzen lassen. Kommt noch mangelnde Anerkennung dazu bzw. bleibt eine Beförderung aus, folgt die Ernüchterung (Stagnationsphase). Trotz der Zweifel halten Burnoutgefährdete an ihren unrealistischen Zielen fest und verausgaben sich zusehends Bleiben Erfolge weiterhin aus, setzt ein Zermürbungsprozess ein. Dieser mündet in einem grundsätzlichen Infragestellen der eigenen Leistungsfähigkeit. Zunehmend distanziert sich die Person von den eigenen Ansprüchen (Frustrationsphase). Es erfolgt ein kompletter beruflicher und sozialer Rückzug und die völlige Aufgabe.

Wer ist besonders gefährdet ?


Berufstätige, die einer Tätigkeit mit hohen Anforderungen, aber geringem Handlungs- und Entscheidungsspielraum nachgehen, die wenig Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte verspüren, deren Arbeitsumfeld von sozialen Konflikten geprägt ist und deren Arbeitsleistung keine oder kaum Anerkennung findet, sind besonders gefährdet.

Nicht nur die Arbeitsbedingungen spielen,wie schon erwähnt, bei der Entwicklung eines Burnouts eine Rolle, sondern ebenso bestimmte Persönlichkeitsmerkmale. Personen, die perfektionistisch sind, ein hohes Anspruchsniveau haben, keine Fehler tolerieren und am liebsten alles selbst erledigen, sind besonders gefährdet. Zur Risikogruppe zählen ebenso die Personen, die ständig auf der Suche nach Lob und Anerkennung sind und ihr Selbstbewußtsein über Arbeit und Leistung beziehen. Diese Personen verspüren einen unaufhörlichen Drang, ständig zu arbeiten oder an die Arbeit zu denken. Ebenso sind die Personen gefährdet, die vor persönlichen bzw. familiären Problemen und Gefühlen innerer Leere in die Arbeit flüchten.

Wie erkennt man ein Burnout ?

Das Burnout-Syndrom, ist ein Krankheitsbild, welches mehrere Krankheitszeichen (Symptome) umfasst, die verschieden stark ausgeprägt sein können. Nicht jeder Mensch mit Burnout leidet unter den gleichen Symptomen, manche fehlen auch ganz.

Hauptkennzeichen des Burnouts ist der schon am Anfang erwähnte Verlust der
natürlichen Regenerationsfähigkeit. Daraus resultiert ein totaler Erschöpfungszustand,
der sich auf folgende Bereiche bezieht:

– emotionale Erschöpfung
– soziale Erschöpfung
– mentale Erschöpfung sowie
– körperliche Erschöpfung

Emotionale Erschöpfung äußert sich in Niedergeschlagenheit, Hilfs- und
Hoffnungslosigkeit, Gefühlen der Ausweglosigkeit und der inneren Leere,
Reizbarkeit, Ärger und Schuldzuweisungen.

Soziale Erschöpfung ist gekennzeichnet durch den Verlust des Interesses an anderen sowie sozialem Rückzug (beruflich und privat). Es treten Entfrem-dungsgefühle auf (Bin das noch ich ?), Gefühle, von anderen „ausgesaugt“ zu werden sowie Verständnislosigkeit. Das Einfühlungs-vermögen geht verloren.

Mentale Erschöpfung geht einher mit Verlust von Kreativität, Konzentrations-mangel, Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit sowie Gedanken der Sinnlosigkeit und existentielle Verzweiflung. Weitere wesentliche Symptome sind Zynismus und eine negative Einstellung zur eigenen Person, zur Arbeit und zum Leben.

Körperliche Erschöpfung ist ein Zustand des Energiemangels, chronischer Müdigkeit und Schwäche. Häufig treten Kopf- bzw. Rückenschmerzen und psychosomatische Beschwerden auf
wie Magen-Darm-Störungen und Kreislaufstörungen. Die Abwehrkräfte sind geschwächt. Es kommt verstärkt zum Medikamentenkonsum.

Woran erkennt man, dass man im Begriff ist, ein Burnout zu entwickeln?

Burnout verursacht folgende frühe Warnsignale:

– vermehrtes Engagement mit dem Gefühl der Unentbehrlichkeit
– Verzicht auf Erholungs- und Entspannungsphasen
– Gefühl, nie Zeit zu haben
– Verleugnung eigener Bedürfnisse
– Verkümmern sozialer Beziehungen
– Hyperaktivität

Gleichzeitig treten allmählich zunehmende Gefühle von Müdigkeit und Energiemangel auf. Man fühlt sich unausgeschlafen. Zunehmende Unlustgefühle, eine Arbeit zu tätigen, für die man einmal „gebrannt“ hat und Entfremdungsgefühle bewirken ein allmähliches Abgleiten in das Burnout.

Wie kann ich dem Burnout vorbeugen?

Indem Sie lernen, auf sich zu achten und die eigenen Ressourcen stärken bzw. aufbauen, beugen Sie effektiv dem Burnout vor. Mit Hilfe des Stressbewältigungsprogrammes „Gelassen und sicher im Stress“ erlernen Sie Stressbewältigungs-strategien, die Ihnen helfen, achtsam mit sich umzugehen,  sich erholen und entspannen zu können, (wieder) zu genießen, Probleme adäquat zu lösen und stressvermindernde Gedanken einzusetzen.

Grundsätzlich ist individuelle Vorbeugung sehr wichtig. Es ist jedoch ebenso erforderlich, die Gesellschaft sowie die einzelnen Unternehmen für dieses Krankheitsbild zu sensibilisieren. Burnout ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Psychische Erkrankungen stehen mittlerweile an erster Stelle bei den Krankschreibungen. Sie verursachen hohe Kosten sowohl für das Unternehmen als letztendlich auch für die Gesellschaft.

Was kann ich tun, wenn ich schon unter Burnout leide ?

Gehen Sie unbedingt zum Arzt. Burnout wird nicht von allein besser. Sie benötigen unter anderem erst einmal dringend eine längere Phase der Ruhe und Erholung.


Literatur:

Kaluza, Gert: Stressbewältigung. Trainingsmanual zur psychologischen
Gesundheitsförderung. Springer Medizin Verlag Heidelberg 2005

Badura, B., Schellschmidt, H. Vetter, C.: Fehlzeitenreport 2006. Chronische
Krankheiten. Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007, S. 99-109

Maslach, Christina, Leiter, Michael P.: Die Wahrheit über Burnout. Stress am
Arbeitsplatz und was sie dagegen tun können. Springer Verlag Wien New York 2001



      Gesundheitstraining und -beratung, Dipl.-Psych. Katrin Schellhorn, Tel. 04202/520 90 38, info@stopp-den-stress.de



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